Ein paar Tage in den Blue Ridge Mountains sind ohne S’mores am Lagerfeuer einfach undenkbar. Es ist wahrscheinlich eines der einfachsten «Desserts», die es gibt, aber genau das macht den Reiz aus: Der Genuss liegt ebenso sehr im Ritual wie im Ergebnis. Man spießt einen Marshmallow auf einen langen Spieß, röstet ihn über der Glut goldbraun und legt ihn dann, noch heiß, zwischen Schokolade und zwei Graham-Cracker.
Der Name leitet sich von «some more» ab – denn nach dem ersten will man unbedingt noch mehr. Die genauen Ursprünge sind weniger eindeutig als die im Internet oft wiederholte Legende: «Some-mores» sind bei den Girl Scouts in den 1920er Jahren belegt, und ein Rezept taucht in einer Girl-Scout-Publikation aus dem Jahr 1927 auf. Seitdem sind sie zu einem absoluten Klassiker des amerikanischen Campings geworden.
An unserem letzten Abend in Shenandoah möchte ich sie in ihrer einfachsten amerikanischen Variante zubereiten. Aber auch wenn ich wieder in Europa bin, gibt es keinen Grund, darauf zu verzichten: Die Graham-Cracker lassen sich durch wenig gesüßte, recht feste Kekse ersetzen, und die Hershey’s-Schokolade durch eine gute europäische Milchschokolade.

